Die Grundlagen der Beobachtung

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Das wichtigste ist erst einmal das richtige "Gerät". Hier gibt es recht viele Möglichkeiten, vom qualitativ hochwertigen Feldstecher bis zum computergesteuerten Teleskop. Nicht immer sollte es immer gleich das teuerste sein. Für den Anfänger ist ein Feldstecher recht empfehlenswert, da man diesen auch bei fortgeschrittenen Teleskopen immer wieder einsetzten kann. Das wichtigste ist der geeignete Platz zum beobachten. Es sollte hier ein Platz gewählt werden, von dem die Rundsicht nicht durch irgendwelche Bäume oder Häuser o.ä. eingeschränkt wird. Auch sollte man darauf achten, das nicht irgendwelche Lichtquellen den Beobachtungsplatz auf- hellen, da sich dieses äußerst störend auswirkt. Wenn man einen solchen Platz gefunden hat (im Idealfall vieleicht der eigenen Garten), kann man mit dem Beobachten beginnen. Zuerst sollte man sich mittels eines Feldstechers mit dem Nachthimmel vertraut machen. Hierfür ist eine Sternkarte sehr nützlich. Es ist am Anfang schon sehr interessant, die auf der Sternkarte verzeichneten Sternbilder am Himmel aufzufinden und zu beobachten. Hierbei sollte man allerdings beachten, daß z.B. viele Galaxien oder Nebel u.s.w. leider im Feldstecher nicht unbedingt sichtbar sind. (sehen kann man aber sicherlich M81) Dieses liegt nicht unbedingt an der oft recht geringen Lichtempfindlichkeit von "kleineren" Feldstechern sondern ist in erster Linie auf das "Verwackeln" zurückzuführen. Möchte man also etwas mehr sehen, empfielt es sich, den Feldstecher auf ein Stativ zu montieren. Hierfür kann man z. B. ein altes Fotostativ verwenden, welches, wenn nicht vorhanden, oft günstig bei Fotofachgeschäften zu kaufen ist. Da nun das Problem des "Verwackelns" behoben ist, kann man auch andere Objekte recht bequem beobachten. Schnell wird man nun feststellen, daß es gar nicht so einfach ist, ein einmal gefundenes Objekt auch über eine längere Zeit hin zu betrachten. Dieses liegt natürlich daran, daß sich die Erde bewegt. Um ein Objekt über eine längere Zeit zu beobachten, muß man also den Feldstecher dem Objekt nachführen. Dieses kann man ebenfalls mit dem Fotostativ recht gut bewerkstelligen, indem man das Rohr, auf dem der Feldstecher befestigt ist, durchsägt und hier einen alten Gelenkkopf, wie er z.B. bei Autos verwendet wird dazwischenbaut. (kann man billig im Gebrauchtteilehandel erstehen) Nun kann man mit der Hand den Feldstecher wunderbar nachführen. Leider ist dieses Unterfangen auf Dauer recht mühseelig. Wer nun immer noch Lust hat, die Sterne zu beobachten, sollte hier über den Kauf eines Teleskopes nachdenken.

Hier gibt es sehr viele verschiedene Möglichkeiten, welche alle mehr oder weniger Sinnvoll sind. Sinnvoll in dem Sinne: was möchte ich beobachten. Nicht jedes Teleskop ist mit einem anderen gleichzusetzen. Es gibt 2 verschiedene Grundtypen, die auch sehr weit verbreitet sind: - Das Linsenteleskop - Das Spiegelteleskop Wie schon gesagt, hat jedes Teleskop seine Vorzüge, aber auch seine Nachteile. Ein Linsenteleskop oder auch Refraktor genannt, hat den Vorteil, daß es eine sehr kontrastreich Abbildung liefert. Der Nachteil liegt aber ganz klar in der Lichtempfindlichkeit. Ein solches Teleskop (jedenfalls ein erschwingliches) kann man am besten zum Beobachten von Planeten verwenden, da hier bei entsprechender Vergrößerung die Einzelheiten besser zu erkennen sind als bei Spiegelteleskopen. Ein Spiegelteleskop hat zwar nicht so gute Kontrasteigenschaften wie ein Linsenteleskop, es ist in der Regel aber wesentlich Lichtempfindlicher, weil man für das gleiche Geld eine wesentlich "größere" Optik bekommt. (Spiegeldurchmesser bzw. Linsendurchmesser - Brennweite) Trotzdem ist auch ein gutes Spiegelteleskop nicht gerade billig. Aber auch der Begriff billig ist "relativ". Ein Teleskop ist heutzutage schon für unter DM 800,- zu bekommen, z. B. in Versandhauskatalogen o.ä.. Bei so günstigen Teleskopen besteht aber immer die große Gefahr, daß hier gerade der Anfänger "übers Ohr gehauen" wird. Es ist möglich, daß die Optik zwar einigermaßen funktioniert, aber der Rest einfach so wackelig ist, daß man das Beobachten schnell leid ist. Bei dem Kauf eines solchen Teleskopes, egal ob Spiegel-oder Linsenteleskop, sollte man auf eine stabile Montierung (sollte nicht schon vom angucken wackeln) und auf ein stabiles Stativ achten. Auch ist das restliche Zubehör nicht außeracht zu lassen: Wichtig sind die Okulare - es gibt hier sehr viele verschiedene Arten, die ich nicht alle aufzählen möchte - aber von Okularen bei denen das gesamte Gehäuse schon aus "Plastik" ist, kann ich nur abraten. Der Steckdurchmesser sollte ebenfalls beachtet werden, unter 1 1/4" sollten sie nicht haben. Untern den Okularen mit 1 1/4" Steckdurchmesser oder größer findet man eigentlich nur sehr selten Okulare die nichts taugen. Es ist sinnvoll, beim Kauf eines Teleskopes einen etwas erfahrenen Astronomen zu Rate zu ziehen, oder ihn evtl. mitzunehmen um das Gerät zu begutachten.

Eine echte Alternative ist heutzutage der Teleskopgebrauchtmarkt. Hier werden in der Regel Teleskope in den verschiedensten Ausführungen und größen Angeboten. Der Preis dieser Teleskope liegt in der Regel mindestens 30% unter dem Neupreis und fast immer sind die Geräte gut in Schuß. Leider gibt es aber auch unter den Hobbyastronomen "schwarze Schaafe" (finde ich selber wirklich traurig). Also sollte man sich ein Teleskop, welche man gebraucht kauft unbedingt vorher genau ansehen und wenn möglich auf ein Rückgaberecht vereinbaren. Es ist auch hier wichtig (wenn die Möglichkeit besteht), einen anderen Astronomen zu Rate zu ziehen, oder das Teleskop vor dem endgültigen Kauf am Objekt, also am Nachthimmel auszuprobieren. Ein ehrlicher Verkäufer (der ja selbst Hobbyastronom ist) wird das verstehen und sich mit einem entsprechenden Kaufvertrag einverstanden erklären.

Wo gibt es einen Teleskop-Gebrauchtmarkt? Entweder über Fachzeitschriften wie z. B. Star-Observer oder Sterne und Weltraum, hier im Internet (Adresse auf meiner Hauptseite) oder auf der Astrobörse in Essen, welche jährlich im März stattfindet.

 

 

Die visuelle Beobachtung

 

Die Beobachtung von Planeten

Der wohl am einfachsten zu beobachtende Planet ist unser guter alter Mond. Selbst für den Anfänger gibt es hier eine Menge zu entdecken. Besonders schön sind die Licht-und Schattenspiele nahe am Terminator (Licht-Schattengrenze). Hier kann man die vielen Berge und Krater besonders gut erkennen und es bietet sich ein beeindruckendes Schauspiel. Auch die Wahl der Okulare ist hier sehr einfach, man richtet sich hier einfach danach, was und wieviel man sehen möchte. Auch die anderen Planeten Mars, Jupiter, Saturn und Venus sind sehr interessant und schon in Teleskopen ab 114mm Öffnung offenbaren sie ihre Geheimnisse. Man kann z. B. die Ringe des Saturn sehen, die Wolkenbänder des Jupiter und die Eiskappe des Mars. Die anderen Planeten, Neptun, Uranus und Pluto sind schon schwieriger zu sehen. Neptun und Uranus sind zwar zwei sehr große Gasriesen, aber sie sind auch schon wieter außen (also weiter weg) und somit schwieriger zu finden als unsere direkten Nachbarn. Pluto eignet sich für kleinere Teleskope gar nicht, er ist erst in Geräten von mind. 200mm Öffnung einigermaßen sichtbar. Jupiter und Mars sind auch für den Anfänger sehr einfach aufzufinden, da sie jeweils das dominierende Gestirn am Himmel sind. Mars fällt zudem durch seine rötliche Farbe auf. Saturn sollte mittels einer Sternkarte aufgesucht werden, er ist nicht ganz so einfach zu finden.

 

 

die Beobachtung von Deep-Sky-Objekten

Was sind Deep-Sky-Objekte? Deep-Sky bedeutet nichts anderes als "tiefer Himmel". Es handelt sich in der Regel um Galaxien oder Nebel, die sich außerhalb unseres Sonnensystemes befinden. Um solche Objekte zu beobachten bedarf es schon etwas mehr Erfahrung. Als erstes ist es wichtig, daß das Teleskop exakt nach der Polachse justiert

wird (damit man die Deep-Sky´s später auch findet) Hierzu geht man wie folgt vor: man stellt das Teleskop an einem möglichst dunklen Ort auf. Die Höhenachse (Deklination) stellt man auf 89° ein, die Stundenachse (Rektaszension) auf 0 Uhr, also senkrecht. Es ist darauf zu achten, daß die Polhöhe entsprechend des Standortes fixiert wird (z. B. Bremen: 53°). Man schwenkt das kompl. Teleskop incl. der Montierung grob nach Norden (Azimuthachse). Nun sucht man den Polarstern mit dem Sucherfernrohr indem man in Azimuth nach rechts bzw. links dreht. Hat man Polaris im Sucherfernrohr gefunden, setzt man ein gering vergrößerndes Okular in den Okularauszug und fokusiert es. Nun bewegt man wieder das Telskop in Azimuth, bis man Polaris im Gesichtsfeld hat. Nun ist das Teleskop an der Polachse justiert. Um nun die Position festzulegen, sucht man sich einen Stern der möglichst nah über dem Horizont steht und schwenkt das Fernrohr in Rektaszension und Deklination dorthin, bis der Stern in der Mitte des Gesichtsfeldes zu sehen ist. Mittels einer Sternkarte stellt man nun die genaue Position fest und dreht die Skalen an der Montierung entsprechen auf die ermittelten Werte. (Dieser Vorgang ist erforderlich, damit man später auch die gesuchten Objekte findet) Nun kann man wieder mittels der Sternkarte ein gewünschtes Objekt aussuchen und das Teleskop dorthin schwenken. Je nachdem, um was es sich hierbei handelt, kann man es mehr oder weniger gut sehen. Vor dem eigentlichen Beobachten ist erforderlich, sich zuerst an die Dunkelheit zu gewöhnen. Hierdurch werden die Augen lichtempfindlicher. Man sollte sich ca. 1/2 Stunde einfach in die Dunkelheit setzen, die Zeit kann man sich ja mit einem Feldstecher vertreiben. Sind die Augen adaptiert (so nennt man das) darf man auf keinen Fall mehr in eine helle Lichtquelle sehen, sonst kann man von vorne anfangen. Auch kann man die adaption der Augen in einer Beobachtungsnacht nicht unbegrenzt oft wiederholen. In der Regel ist nach 2 bis 3 mal schluß und man sollte die Beobachtung abbrechen, weil es dann nicht mehr viel Sinn hat. Helle Galaxien, wie z. B. M32 oder M81 sind sehr einfach zu finden und auch mit kleinen Geräten ab ca. 114mm Öffnung recht gut zu beobachten. Schwieriger wird es da schon bei sehr dunklen Objekten wie z. B. M108. Um solche Objekte aufzufinden bedarf es einer gewissen Übung. Auch das beobachten ist hier nicht einfach. Beim Suchen fährt man oft mehrmals darüber hinweg, bis man sie dann doch entdeckt. Man sieht aber trotzdem manchmal nur einen verwaschenen Fleck. Hier gibt es einen einfachen Trick - das indirekte sehen - es bedeutet, daß man nicht direkt auf das Objekt sieht, sondern daran vorbei auf einen möglichst dunklen Teil im Gesichtsfeld. Dadurch wird das Auge besser stimmuliert und das Objekt somit besser sichtbar. Um den Kontrast zu verbessern kann man evtl. auch mit Filtern arbeiten, die man in die Okularhülse einschraubt. Der Kauf eines solchen Filters (z.B. Deep-Sky-Filter) sollte aber genau überlegt werden. Solche Filter sind sehr teuer und bringen oft doch nicht das gewünschte Ergebnis. Wie gesagt, es wird nur der Kontrast verstärkt. Objekte, die man ohne Filter nicht wahrnehmen kann, wird man auch mit einem solchen Filter nicht sichtbar machen können. Ich verwende solche Filter nie! Objekte die aufgrund der Leistung des Teleskopes oder vielmehr der Leistung der Augen nicht visuell gesehen werden können, kann man mittels der Astrofotografie sichtbar machen. Es ist beim auch zu beachten, daß mit der Vergrößerung bzw. Größe des Okulars die Lichtleistung nachläßt. (je höher die Vergrößerung, desto weniger Helligkeit)

 

 

 

 

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Michael Wolff 

 

 

 

 

Copyright by Michael Wolff 1998